Gedanken zu Weihnachten

 

Da wollte Jesus Christus, ewiger Gott

 

und Sohn des ewigen Vaters,
Gott von Gott und Licht vom Licht,
die Welt heiligen durch seine liebevolle Ankunft.

 

Bilder erzählen Geschichten. Gerade auch religiöse Bilder. Um die Botschaft eines Bildes zu verstehen hilft der Blick auf Details, wie auf diesem Weihnachtsbild .

 

 

 

Es ist das Gesicht eines Mannes mit weit geöffneten Augen, seitlich angestrahlt vom Glanz des Kindes. Ist es Joseph, sein Vater? Daneben die große Gestalt der Mutter. Sie wirkt merkwürdig distanziert, nicht wie die Mutter eines neugeborenen Säuglings, die ihr Kind an die Brust drückt und es wärmt und nährt. Deutet sich hier schon an, dass dieses Kind niemandes Eigentum sein kann, dass es nicht der Mutter gehört, nicht dem Vater, sondern allein Gott?

 

Die deutenden Worte des christlichen Glaubensbekenntnisses benennen den Neugeborenen als „ewiger Gott, Sohn des ewigen Vaters, Gott von Gott, Licht vom Licht“. Diese befremdlichen Titel gebieten Ehrfurcht und Abstand. Gelten sie doch diesem Kind, das zerbrechlich und hilflos, Ausdruck der wehrlosen Liebe und Nähe Gottes ist, der sich den Menschen ausliefert. Zugleich ist es Bitte und Einladung ihm nahe zu kommen, es zu schützen und zu lieben. Maria und Joseph zeigen je auf ihre Weise in ihrer Haltung zugleich Ehrfurcht, Fremdheit und ebenso Fürsorge und liebevolle Nähe für ihr Kind, dessen Geburt die Mitte der Weltgeschichte markiert.