Pantokrator

Bildmeditation von Pfarrer Oliver Elsässer, Königsbach

 

Ich bin der „Ich bin“.

Ehe die Welt geschaffen wurde, bin ich.

 

Ich trage das All. Licht ist mein Kleid.

Die Galaxien neigen sich vor mir und verblassen.  Sirius ist ein Edelstein auf meinem Haupt.

 

Ich bin der, der da ist von Anfang bis Ende, „Alpha und Omega“.

 

Ich bin der „Ich bin für euch da!“

Ewige Leidenschaft für die Unterdrückten und Versklavten,

für Hirten und verlaufene Schafe, für verlorene Söhne und Töchter.

 

Ich bin Helfer und Heiland für die Kleinen, die keiner der Großen dieser Welt sonst sieht.

 

So bin ich bei Euch in der Zeit, in jeder Zeit – bis Gottes Gerechtigkeit diese Welt erfüllt!

 

Ich bin – und war also schon, ehe ich geboren wurde!

Als ich in Bethlehem zur Welt kam, da besangen die Engel staunend das Wunder:

„Den aller Weltkreis nie beschloss, liegt nun in Marien Schoß.“ Gott wird sterblicher Mensch!

Immanuel, „Gott-ist-für-uns“, so priesen mich die Propheten in ihrer Schau!

 

Ich bin der „Seht welch ein Mensch!“

 

Ich bin der König mit der Dornenkrone. Verspottet, gekreuzigt, gestorben und begraben.

 

Ich bin Gottes Ohnmacht gegenüber der Welt.

Anstößig bis heute für alle, denen Macht alles ist und ihre letzte Hoffnung.

Ich habe auf alle Macht verzichtet, und gewinne dadurch Herzen, Menschen und Nationen.

 

Ich bin der menschliche Gott, die Macht der Liebe in Person, und die Liebe Gottes bleibt ewig. Auch sengende Feuerströme und brüllende Wasserwogen können die Liebe nicht auslöschen. Am Ende bin ich: Gottes „Ja“ gegen alles „Nein“.

 

Ich bin Gott von Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist,

einzig und doch verschieden von dem Ersten, „Drei in Eins“,

wie der Lichtstrahl, von der Lichtquelle gesendet und dem Auge Erleuchtung schenkend,

wie das Wort, das der Richter spricht: „Du bist frei!“, und er entlässt sein Wort,

sendet es aus und es wird eine eigene Größe, schafft etwas, das neu ist,

verändert den Angeklagten, begleitet ihn, öffnet ihm Türen ins Leben –

und das Wort trägt doch ganz das Wesen dessen, der es ausgesendet hat.