Den Haushalt zu finanzieren war in der Biedermeierzeit Sache des Familienvaters, der dafür eine absolute Stellung beanspruchte. Er alleine entschied, wer eingeladen wurde, wer als Schneider, Schuster und Friseur ins Haus kommen durfte, was die Söhne lernen, wen die Töchter heiraten sollten. Denn Liebesheiraten widerfuhren in der Regel nur Romanfiguren. Angewidert von der Politik oder von Spitzeln eingeschüchtert, zog man sich aufs Wohn- oder Speisezimmer zurück. Dort traf man seine Freunde, die das gleiche, leichte und geschweifte Mobiliar aus Kirsch-, Birn- und Pflaumenholz gekauft hatten, erfreute sich an Scherenschnitten, Karikaturen, Modejournalen und vor allem an köstlichem Essen. Nie mehr sind solche Mengen an Fleisch, Fisch und Geflügel  in variantenreichster Zubereitung verzehrt worden wie damals,  als hätte man die eigenen Hungerjahre samt denen der Väter ausgleichen müssen.

Es war Existenz zwischen Bescheidung und Ekstase.
Kein Rezept war zu exotisch, kein Obst zu teuer, als dass man es nicht einmal im Leben hätte kosten wollen.