Der in einem christlichen Elternhaus aufgewachsene Fritz von Uhde wollte einen den Menschen gegenwärtigen Christus darstellen und seine Verheißung „Ich bin bei euch alle Tage“ (Matthäus 28,20) in seinen Bildern zum Ausdruck bringen. Beim breiten Publikum hatte er damit großen Erfolg. Es war davon begeistert, dass Uhde „die Menschlichkeit des Nazareners und die große Liebe, die er lehrte und die ihn erfüllt“, darstellen wollte. Darin bestand die Leistung Uhdes für die religiöse Malerei seiner Zeit: Er ersetzte den glorifizierten Christus wie ihn  Kirche und Kaiser liebte durch einen realistischen Christus der Gegenwart und konfrontierte die religiösen Gefühle des Bürgertums mit der harten Alltagswirklichkeit der Arbeiter im Kaiserreich. Christus als Heiland der armen Leute.

 

Nach seinen künstlerischen Vorbildern befragt, sagte Uhde: „Der aber, den ich am meisten verehre, ist Rembrandt.  Er war der einzige, der wirklich Christus malen konnte. Dies ist, wenn Sie wollen, mein künstlerisches Glaubensbekenntnis.“