Auf den ersten Blick ist dieses Bild ein Postkartenidyll. Eine winterliche Dorfszene. Die Sonne wird bald untergehen. Menschen schleppen Waren übers Eis. Andere drängeln sich an der Theke einer Bauernkneipe. Trotz der Kälte ist draußen allerhand los. Denn in den Häusern ist es nicht viel wärmer.               Wir sind im 16. Jahrhundert. Einer Zeit, in der auf Befehl von Katharina de Medici ein Blutbad an den evangelischen Hugenotten in Frankreich vollzogen wurde.  Dunkle Ahnungen setzt der Maler Bruegel ins Bild. Und mitten hinein stellt er seine Hauptfiguren, die heiligsten Menschen des Christentums –Maria, Josef und ihren neugeborenen Sohn,- so unscheinbar, dass man sie kaum findet.