„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“

 

Mit diesem Wort verdichtet Thomas Mann zu Beginn seines Romans „Joseph und seine Brüder“ die Erfahrung, dass man weit zurück und in die Tiefen der Ursprünge gehen muss, um das Heutige zu verstehen.

 

Ein überzeitliches Vorbild dieser Einsicht ist die biblische Geschichte. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (Gen 1,1); „im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“ (Joh 1,1).

 

Der Lauf der Zeit hat aber nach biblischer Sicht nicht nur einen Anfang, sondern auch ein Ziel und eine sinngebende Mitte: Mit der Geburt des Erlösers ist „die Zeit erfüllt“ (Mk 1). Gottes Ewigkeit berührt die Zeit, kommt ihr bleibend nahe.